
Die Flinserl sind die Frühlingsgestalten des Ausseer Faschings.
Die Flinserlkleider sind aus Naturleinen gefertigt und mit bunten Tuchflecken in figuraler und ornamentaler Art bestickt.
Zwischen den figuralen Darstellungen ranken sich in bunter Vielfalt Rauten und Ornamente.
Die bunten Tuchflecken sind ihrerseits wiederum über und über mit Silberpailletten (Flinserl) bestickt.
Auffallend ist der aus Venedig bekannte Mohrenkopf, der auf vielen antiken Flinserlkostümen zu finden ist.
Die prunkvollen Gewänder sollen durch den Salzhandel aus
Venedig nach Bad Aussee gekommen sein.
Um ein derartig kostbares Kleid herzustellen braucht eine Hausfrau, wenn sie konsequent täglich 1 Stunde daran arbeitet, zwischen 1 und 1 ½ Jahren; somit zwischen 400 und 500 Arbeitsstunden. Insgesamt existieren rund 100 bis 120 Gewänder.
Der eigentliche Flinserlzug findet alljährlich am Faschingdienstag um 14 Uhr statt. Ausgehend vom Sammellokal Gasthof „Blaue Traube“ begibt sich der Zug, angeführt von der Flinserlmusik und beschützt durch die Zacherl, in geschlossener Formation und unter den Augen unzähliger Zuseher, durch das Ortszentrum auf den
Kurhausplatz.
Schließlich löst sich der Zug auf, und um die Flinserl scharen sich die Kinder, die nun laut schreiend ihre traditionellen Flinserlsprüche ( deftige Vierzeiler )aufsagen und von den Flinserl mit Nüssen und Süßigkeiten beschenkt werden.
Die Figur des"Zacherl", bewaffnet mit einer "Saublase", wacht strengsten darüber, daß kein Erwachsener den Kindern die Süßigkeiten streitig macht.