
Alljährlich am 5. Dezember wird die Stille der Winternacht in Tauplitz von Schellengeläute und den Knallen von „Goassln“ (Peitschen) unterbrochen, dunkle Gestallten ziehen durch die Finsternis, es ist Miglotog (Nikolaustag) wie er im kleinen Bergdorf bezeichnet wird.
Der Hl. Bischof Nikolaus zieht jedes Jahr mit seinem lichten und dunklen Gefolge, vom Ortsteil Klachau in das Zentrum des Ortes (Dorfplatz),
wobei zweimal das traditionelle Niokolospiel aufgeführt wird.
An die 60 Maskierte sind an diesem Schauspiel beteiligt.
Menschliche Gesichtszüge weisen die Krampusmasken auf, die liebevoll von einheimischen Schnitzern gefertigt wurden.
Als Stuben- oder Umgangsspiel wird es bezeichnet.
Die Tauplitzer-Spieltexte sind einer der Ältesten im Lande.
In Stroh gehüllte Männer „die Schab“ schreiten voraus, und kündigen mit ihrem lauten knallen den Nikolozug an.
Ein eindruckvolles Bild bietet der heilige Nikolaus, der in Tauplitz auf dem Ross (Nikoloroß) zu den warteten Kindern einreitet.
Auch die Jedermannszene im Tauplitzer Nikolospiel ist eine gern gesehene Darbietung, denn ein ziemlich zerlumpter und von Alkohol gezeichneter Mann bittet den Pfarrer, ihm die Beichte abzunehmen.
Eine Besonderheit ist die Vielzahl an verschiedenen Spielszenen und Figuren.
Schuster und Schneider (Vorspiel) eröffnen und Höllenfürst Luzifer mit seinen
dunklen Gesellen beenden dieses einzigartige Volksschauspiel.
Figuren:
Schuster u. Schneider, Sommer u. Winter, Schab, Nachtwächter, Jäger; Bischof (Hl. Nikolaus) mit Engel, Pfarrer, Bartl und Messner; Bettelmann, Tod, Habergeiß; Nik(o)lo-Roß, Jud, Rossbauer, Schmied, Eh’teufel, Luzifer mit 2 Teufeln, Rauhe (Krampusse)
Aufführungen am 05. Dezember:
18.00 Uhr im Gasthof Moser Reisenbichler (in der Nähe vom Bahnhof)
19.30 Uhr am Dorfplatz Tauplitz